Schirmherr 2008

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Freunde und Unterstützer der Schüler-akademie Tutzing,


Schirmherr:
Reinhold Metzner
ich freue mich, dass Sie mich auch in diesem Jahr zum Schirmherrn der dritten Schülerakademie Tagung gewählt und eingeladen haben. Ihre Tagungsbotschaft "Wir wollen auch nach dem Jahr 2030 noch auf diesem Globus leben", habe ich mit großem Ernst aufgenommen und ich verspreche Ihnen, dass ich Ihre Botschaft tatkräftig un-terstütze. Ich bin zuversichtlich, dass uns mit einem radikalen Bewusstseinswandel die Umsetzung Ihrer Forderung gelingen wird. Ich frage mich immer wieder, was und wer hindert uns eigentlich daran, Ihre Botschaft, eine Botschaft der Jugend an die Weltgemeinschaft und heute an mich, der ich im wesentlichen die Generation reprä-sentiere, die für die sehr bedenklichen und bedrohlichen Zustände auf unserem Glo-bus hauptverantwortlich ist, dass wir mit klaren, verbindlichen Zielvereinbarungen unsere Lebensweise verändern, damit unsere Spuren nicht Spuren von Zerstörung, Gier, Neid und Hass bleiben, sondern Spuren von Nachhaltigkeit, Nächstenliebe, Gunst und Liebe. In der Monatszeitschrift "BISS", ein Münchner Zeitungsprojekt, das seit 1993 mit seinen Verkaufserlösen Bürgerinnen und Bürgern hilft, die in sozialen Schwierigkeiten leben, wurde in der Februar Ausgabe 2008 das Schwerpunktthema der menschlichen Gier in einigen für mich sehr berührenden Aufsätzen besprochen.
Dort las ich:
"Wer schlingt, bis er satt wird, ist nicht gierig, sondern ausgehungert. Der Gierige ist unersättlich, obwohl er eigentlich genug haben müsste. ..."
Zum Thema Geld war die Kernaussage: "Geld hebt die Stimmung, also kann es süchtig (gierig) machen. Wie bei jeder Droge muss die Dosis gesteigert werden, um das Hochgefühl wieder zu erreichen. Doch diese Abhängigkeit führt nicht in die Gos-se, sondern an die Spitze unserer Gesellschaft. Erfolgreich ist, wer kaufen kann, was ihn als zugehörig ausweist, dafür kann er nie Geld genug haben..."
Wir Menschen gehen seit ca. 70 Jahren mit dem globalen Klima und den uns zur Verfügung stehenden endlichen Rohstoffen nur noch gierig und damit grob fahrlässig um! Naturkatastrophen erleben wir immer häufiger. Doch wie reagieren wir? Wir ig-norieren alle seriösen wissenschaftlichen Studien und Erkenntnisse! Business as usual, anstatt maßvoller und bewusster zu leben. Im Gegenteil! Wirtschaftswachstum ist und bleibt in den Köpfen unserer Politiker und Ökonomen die Triebfeder Nummer eins! Unsere jetzige Einstellung zum Wirtschaftswachstum halte ich für pervers! Ein Auftrag über 600 militärische Airbus-Tankflugzeuge des Pentagon in Höhe von über 40 Milliarden € kommunizieren unsere Industriellen und Politiker mit Aussagen, die allen meinen ethischen Grundsätzen widersprechen! Ich meine, jetzt geht es um Schadensbegrenzung und ein Handeln ist angesagt, das die Welt wieder zukunftsfä-hig macht und sich wieder eine Balance von Geben und Nehmen einstellt. Wir müs-sen endlich unserer Gier nach immer mehr "haben wollen" Einhalt gebieten. Und wir sollten uns Klarheit mit dem Bewusstsein erarbeiten: Wir Menschen sind Selbstge-stalter unseres irdischen Schicksals und haben es selbst in der Hand, wie wir unsere Welt heute und morgen gestalten und verlassen wollen. Ich persönlich setze mich aktiv für eine Welt in Balance ein.
In den nächsten zwei Tagen werden Sie Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse zu unse-rer Zeit zusammentragen und dabei intensiv Ihre Gedanken austauschen.
Ich möchte an Ihrer Tagung gerne aktiv teilnehmen und stehe Ihnen deshalb als mit-telständischer Unternehmer, Ingenieur, Berater, Coach oder Trainer während der gesamten Tagung zur Verfügung und freue mich auf motivierende und erfreuliche Tage in Tutzing.

Reinhold Metzner
Beirat und Gründer der SPECHTENHAUSER Hochwasser- und Gewässerschutz GmbH
Metzner:
Eröffnungsrede 2008 [69 kb]

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